Betroffene unterstützen und fördern

Lese- und Schreibförderung im Kontext der beruflichen Eingliederung
Betroffene unterstützen und fördern

Überblick

Thema:
Strukturen schaffen und Lernangebote umsetzen
Zeit:
Planen Sie ca. 10 Minuten für das Lernmodul ein.
Lese- und Schreibförderung ist in der Regel kein eigenständiger Bestandteil von Maßnahmen der Arbeitsförderung. Um jedoch individuelle Vermittlungshemmnisse zu beseitigen und eine berufliche Eingliederung zu ermöglichen, ist die Unterstützung bei funktionalem Analphabetismus für viele (junge) Erwachsene notwendig. Wie können zentrale Grundkompetenzen wie Lesen und Schreiben gefördert werden?

Strukturen in der eigenen Einrichtung

Wenn in Maßnahmen Teilnehmende von Lese-und Schreibschwierigkeiten betroffen sind, sollten interne und einrichtungsübergreifende Umsetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten
im Bereich der arbeitsmarktbezogenen Lese- und Schreibförderung geschaffen werden. Es muss der Förderbedarf erkannt und eine angemessene Förderung realisiert sowie der weitere Förderprozess begleitet werden.

Es gilt dazu folgende Fragen zu klären:
  • Wie kann der interne Prozess nach Erkennen von Förderbedarf aussehen? Welche Ebenen innerhalb der Organisation sind einzubeziehen?
  • Was sind Vorteile eines internen Lernangebotes oder eines Lernangebotes in einer externen Weiterbildungseinrichtung?
  • Ist es sinnvoll, intern ein neues Lernangebot anzubieten?
  • Wie muss es organisatorisch eingebettet sein?
  • Welche aktuellen / potenziellen Fördergeber sind einzubeziehen?
  • Ist die Kooperation mit externen Weiterbildungsanbietern notwendig / sinnvoll?

Umsetzung interner Lernangebote

Wenn sich für die Einbettung eines internen Förderangebotes entschieden wird, gilt es für die Erarbeitung oder die Auswahl geeigneter Lernmaterialien einige Qualitätskriterien zu berücksichtigen.
Die Materialien sollten erwachsenengerecht sein.
  • keine Verwendung primarpädagogischer Materialien und Methoden
  • Unterschiede zum schulischen Lernen deutlich machen
  • Lernen durch andere Lern- und Rahmenbedingungen sowie geeigneter Unterstützungsformen als neu erfahrbar machen
Die Materialien sollten teilnehmerorientiert sein.
  • Gemeinsames Aushandeln von Lerninhalten, -zielen und -wegen
  • Aufgreifen von Themen / Anliegen der Teilnehmenden
  • Berücksichtigen der vorliegenden Erfahrungen, Kenntnisse und Einstellungen der Teilnehmenden
Die Materialien sollten zielgruppendifferenziert sein.
  • Wurden Erfahrungen mit dem lateinischen Schriftsystem gesammelt?
  • Welche mündlichen Deutschkenntnisse liegen vor?
  • Liegen Lese- und Schreibkompetenzen erst auf Buchstaben- oder Wortebene oder bereits auf Satz- oder Textebene vor?
Darüber hinaus ist die Anwendbarkeit und der Nutzen von Lerninhalten für die Lebens- und Arbeitswelt der Teilnehmenden sowie Fachdidaktik des Lesens und Schreibens für einen nachhaltigen und erfolgreichen Lernprozess relevant.
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Zur internen Stärkung des Themas müssten Strukturen in der eigenen Einrichtung geschaffen werden, z. B. feste Alpha-Ansprechpartner, interne Lernmaterialien, feste Integration des Themas in bestehende Arbeitskreise, Bereitstellen von Infos, Verwendung von einfacher Sprache u.v.m.
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Es sollten interne Lernangebote zum Erwerb notwendiger Grundkompetenzen umgesetzt werden, die z. B. erwachsenengerecht, teilnehmerorientiert sowie zielgruppendifferenziert sind und zum erfolgreichen Abschluss einer Weiterbildungsmaßnahme beitragen.
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Print- und Onlinematerialien, die im DVV gemeinsam mit Fachdidaktikern und Praktikern aus der Alphabetisierungsarbeit und der Arbeitsförderung entwickelt wurden, sind das allgemeine Rahmencurriculum und das Basis-und Einsteigermodul.
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Es gibt Aspekte, die bei der Auswahl von Lernangeboten externer Anbieter wichtig sind, so z. B. die Zielgruppe, die Erreichbarkeit und die Gestaltung des Übergangs.
Wie kann Lese- und Schreibförderung im Kontext der beruflichen Eingliederung initiiert und begleitet werden?

Print- und Online-Materialien

Es gibt eine große Fülle an Materialien. Besonders empfehlenswerte Printmaterialien sind die DVV-Rahmencurricula Schreiben, Lesen und Rechnen sowie das Basis- und Einsteigermodul.
Mit den Rahmencurricula wurden systematische Grundlagen für Kurse zum Schreiben-, Lesen- und Rechnenlernen entwickelt. Die Curricula fördern und verstetigen die Lernfortschritte, zeigen den Teilnehmenden ihre Stärken und sie motivieren zum Weiterlernen. Umfangreiche Praxismaterialien erleichtern die Stoffvermittlung anhand von lebensweltlichen Themen und Themen aus dem Arbeitsalltag in wichtigen Wirtschaftsbranchen.
Das Basismodul bietet Lernmaterialien zur Stärkung von Lese-und Schreibkompetenzen auf Alpha-Level 2 bis 4. Es kann als Vorbereitung auf das branchenbezogene „Einsteigermodul Beschäftigungsorientierte Lese- und Schreibförderung“ genutzt werden. Durch seine Orientierung an lebensweltlichen Inhalten ist es besonders für Teilnehmende
geeignet, die auf dem Weg in ihre berufliche Integration vorbereitet und begleitet werden sollen.
Das Einsteigermodul wurde vom DVV gemeinsam mit Praktikerinnen und Praktikern aus Beschäftigungs- und Qualifizierungsunternehmen sowie Lese- und Schreibdidaktikern*innen entwickelt. Es ist an fünf Tätigkeitsfeldern ausgerichtet:
  • Bau(neben)gewerbe
  • Reinigung
  • Lager und Logistik
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Hotel / Gastronomie / Hauswirtschaft
Im Onlinebereich ist die Lernplattform „ich-will-lernen.de“ zu erwähnen. Ich-will-lernen.de ist Deutschlands größtes offenes, kostenfreies Lernportal mit mehr als 31.000 Übungen zur Alphabetisierung und Grundbildung. Es wurde mehrfach ausgezeichnet und eignet sich für Lernende mit und ohne Vorkenntnisse im Lesen und Schreiben. Das Lernportal kann ganz individuell oder als Ergänzung zu einem Kurs genutzt werden.

Zusammenarbeit mit externen Anbietern

Bei der Auswahl von Lernangeboten externer Anbieter sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Zielgruppe:
  • mutter- oder fremdsprachige Alphabetisierung
  • Kompetenzniveau
Erreichbarkeit:
  • Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel
  • Finanzierbarkeit der Anfahrt
  • Kurszeiten
Gestaltung des Übergangs:
  • persönliche Begleitung der Teilnehmenden
  • langfristiger regelmäßiger Austausch mit Verantwortlichen des externen Förderangebotes
Darüber hinaus sollten alle Informationen zu möglichen Kooperationspartnern zentral für das Kollegium bereit gestellt werden, damit alle auf den Pool zugreifen und diesen ggf. erweitern können.
Test

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Hier können Sie Ihr Wissen überprüfen! Wir haben vier Fragen zusammengestellt, die helfen, dass Gelesene zu rekapitulieren und zu verinnerlichen.

Frage 1 von 2

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Antwort 1
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Kapitel:

Funktionaler Analphabetismus

Der deutsche Volkshochschulverband hat zu den immer noch unterschätzten Lese- und Schreibschwierigkeiten bei (jungen) Erwachsenen Informationen für Fachkräfte in Einrichtungen der Arbeits- und Ausbildungsförderung zusammengestellt.

Die Online-Broschüre enthält zusätzlich Links und Filme, die den Einstieg in die Thematik erleichtern.

Hier online lesen!

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